Bluthochdruck

Ein zu hoher Blutdruck ist eine ernste Gefahr für die Gefäße, da er das Entstehen von Arterienverkalkung und damit das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen begünstigt. Schätzungsweise jeder fünfte Deutsche über 40 leidet an dieser Erkrankung. Allerdings ist vielen von ihnen diese stumme Gefahr für Herz und Gefäße nicht einmal bewusst. Ein Bluthochdruck tut nicht weh. Im Anfangsstadium können zwar gelegentlich einige Befindlichkeitsstörungen wie Kopfschmerzen auftreten, den meisten Betroffenen fehlt jedoch meist der Anlass, eine ärztliche Kontrolluntersuchung durchführen zu lassen. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung eines Bluthochdrucks ist aber sehr wichtig, um Spätfolgen vermeiden zu können.

Kennen Sie Ihren Blutdruck?
Die Messung des Blutdrucks ist eine sehr schnelle und völlig schmerzfreie Angelegenheit, die bei einem Arztbesuch oder auch in der Apotheke durchgeführt werden kann. Im Rahmen der Blutdruckmessung werden Ihnen zwei Zahlenwerte genannt: Ein höherer für den Druck, mit dem das Herz Blut in die Arterien presst, das ist der sogenannte systolische Druck, sowie ein niedrigerer, der diastolische Druck, der für die Ruhephase vor dem nächsten Herzschlag gilt.
Werte bis zu >139 zu 89< gelten noch als normal, darüber liegende Werte zeigen einen Bluthochdruck an. Medizinisch spricht man von Hypertonie. Man muss allerdings berücksichtigen, dass der Blutdruck im Tagesverlauf und auch in Abhängigkeit von der seelischen Verfassung oder vom Wetter schwanken kann. Daher werden zur eindeutigen Feststellung der Blutdrucksituation Mehrfach- oder Langzeitmessungen vorgenommen. Sind die Werte ständig über der Norm, liegt eine Hochdruckerkrankung vor. Bei älteren Menschen liegt der Blutdruck im allgemeinen etwas höher als bei jungen.

Erhöhte Blutdruckwerte - was kann man tun?
Je nachdem, wie stark Ihr Blutdruck erhöht ist, wird Ihnen der Arzt verschiedene Behandlungsmaßnahmen verordnen. In vielen Fällen ist eine medikamentöse Senkung des erhöhten Blutdrucks notwendig, die durch zusätzliche Begleitmaßnahmen unterstützt werden sollte. Da durch die Medikamente nur der Blutdruck gesenkt, nicht aber die, im übrigen meist unbekannten Ursachen der Erkrankung beseitigt werden, ist in der Regel eine Langzeitbehandlung notwendig. Welches Medikament Ihnen der Arzt dafür verschreibt, hängt von Ihrer individuellen Situation ab, d.h. Ihrem Alter, Ihrem Gesundheitszustand, der Höhe Ihrer Blutdruckwerte usw. In jedem Fall ist es für den Behandlungserfolg wichtig, dass Sie die Einnahme ärztlich verordneter Medikamente und Maßnahmen konsequent einhalten.
Sie selbst können viel dafür tun, um den Behandlungserfolg zu sichern:

  • Reduzieren Sie Übergewicht, dadurch sinkt auch der Blutdruck. Überflüssige Pfunde strapazieren Herz und Kreislauf unnötig und erhöhen den Blutdruck.
  • Essen Sie kochsalzarm, d.h. höchstens 2-3 Gramm pro Tag. Denken Sie dabei auch an verstecktes Salz und meiden Sie salzhaltige Lebensmittel, wie z.B. Geräuchertes, Fertigkost, Dosengemüse, Brühwürfel. Trinken Sie nur Natrium-armes Mineralwasser.
  • Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum und hören Sie auf zu rauchen.
  • Achten Sie auf ausreichende Bewegung. Trainieren Sie Ihren Kreislauf, z.B. mit Schwimmen, Laufen, Rad fahren usw. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welcher Sport und wie viel Bewegung für Sie richtig sind.
  • Finden Sie zu einer ausgewogenen Lebensweise. Stress, Ärger, Zeit- und Leistungsdruck wirken blutdrucksteigernd. Entspannen Sie bewusst, das wirkt sich positiv auf den Blutdruck aus. Helfen können Ihnen dabei bestimmte Entspannungstechniken, wie z.B. Autogenes Training oder Yoga.
  • Auch eine spezielle Therapie mit ergänzenden Nährstoffen und Vitaminen zur Minimierung des oxidativen Streß kann zur Reduktion des Blutdrucks und zur Vermeidung von Folgeschäden beitragen.

Herzschwäche

Das menschliche Herz pumpt das Blut bis in die feinsten Kapillargefäße und versorgt dadurch den Organismus mit lebenswichtigen Nährstoffen und Sauerstoff. Dazu schlägt es ununterbrochen, ohne Pause und ohne dabei zu ermüden, im Laufe von 70 Jahren etwa 3 Milliarden mal. Erkrankungen wie ein Bluthochdruck, die koronare Herzkrankheit, angeborene Herzfehler, Lungenerkrankungen und noch einige mehr können das Herz aber so stark überfordern, dass der Herzmuskel es nicht mehr schafft, genügend Blut in die verschiedenen Organe zu pumpen. Man sprichst dann von einer Herzschwäche, medizinisch auch Herzinsuffizienz genannt.

Wie macht sich eine Herzschwäche bemerkbar?
Anzeichen einer beginnenden Herzschwäche können sein:

  • Schnellere Ermüdbarkeit als früher, Verlust von Leistungsfähigkeit
  • Wassereinlagerungen in das Gewebe, vor allem angeschwollene Knöchelbereiche, in die man richtige Dellen drücken kann und die sich meistens am Nachmittag und Abend bemerkbar machen
  • Luftnot beim Treppensteigen oder bei einer anderen anstrengenderen Arbeit
  • Häufiges nächtliches Wasserlassen, da das ins Gewebe eingelagerte Wasser nachts verstärkt ausgeschieden wird
  • Beschleunigter Puls mit dem Gefühl des 'Herzjagens', hinzu können kaltschweißige Haut, vermehrtes Schwitzen und Schwindelgefühle kommen.

Schreitet die Erkrankung fort, treten diese Beschwerden nicht nur bei stärkerer körperlicher Belastung wie beim Tragen schwerer Lasten oder beim Treppensteigen auf, sondern auch schon bei an sich kaum belastenden Tätigkeiten und zuletzt sogar in Ruhe. Die rasche Ermüdbarkeit ist dabei die unmittelbare Folge der verringerten Herzleistung.

Was sind die Ursachen für die Herzschwäche?
Mit zunehmendem Alter des Menschen oder infolge von bestimmten Erkrankungen kann das Herz an Kontraktionskraft verlieren, d.h. es kann sich nicht mehr so gut zusammenziehen wie früher. Dadurch wird mit jedem Herzschlag auch eine geringere Menge Blut in den Körper gepumpt. Die Folge davon ist, dass dem Körper weniger Sauerstoff zur Verfügung steht, was wiederum die Leistungsfähigkeit der Muskeln und Organe beeinträchtigt. Der Betroffene fühlt sich dadurch weniger leistungsfähig, er ist oft müde und fühlt sich schnell schlapp. Selbst kleine Anstrengungen führen zu Atembeschwerden.
Besonders wenn dauerhafte Erkrankungen vorliegen, die dem Herz ständig eine erhöhte Leistung abverlangen, kann es zu einer Herzschwäche kommen. Eine Überforderung des Herzen besteht zum Beispiel oft bei:

  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Koronarer Herzkrankheit
  • Lungenerkrankungen
  • angeborenen Herzfehlern

Wie wird eine Herzschwäche behandelt?
Wenn Sie Anzeichen einer beginnenden Herzschwäche bei sich bemerken, sollten Sie möglichst bald Ihren Arzt aufsuchen, der Ihnen nach einer genauen medizinischen Untersuchung einen Behandlungsplan erstellen wird. Die Behandlung der Herzschwäche ist umso erfolgversprechender, je früher sie einsetzt, da der geschwächte Herzmuskel sich dann noch gut wieder erholen kann.
Es wird zunächst versucht, das kranke Herz zu entlasten und die Kontraktionskraft des Herzmuskels zu stärken. In den meisten Fällen werden hierzu herzkräftigende Medikamente verordnet. Falls die Herzschwäche durch verengte Herzkranzgefäße entstanden ist, kann auch eine operative Weitung der Gefäße oder eine Bypass-Operation notwendig werden.

Was kann man sonst noch tun?
Sie selbst können noch einiges tun, um die medikamentöse Behandlung zu unterstützen.

  • Ernähren Sie sich fettarm, kaloriengerecht und ausgewogen.
  • Reduzieren Sie, wenn nötig, Ihr Gewicht, denn jedes überflüssige Kilo belastet Ihr Herz zusätzlich.
  • Achten Sie auf eine salzarme Kost und verringern Sie Ihre tägliche Trinkmenge. Ihr Arzt wird Ihnen die für Sie relevanten Mengen mitteilen.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig, gut geeignet sind Spaziergänge, Schwimmen, Fahrradfahren oder Wandern. Machen Sie das, was Ihnen Spaß macht, überfordern Sie sich aber nicht.
  • Organisieren und optimieren Sie Ihren Tagesablauf. Nach körperlich belastenden Tätigkeiten sollten Sie Ruhepausen einfügen. Machen Sie nicht alles auf einmal, sondern verteilen Sie Ihre Arbeiten auf den Vormittag oder den Nachmittag oder sogar auf mehrere Tage. Gönnen Sie sich einen Mittagsschlaf, und sei es nur für eine halbe Stunde.
  • Lassen Sie sich nicht hetzen - gönnen Sie sich Pausen, wenn es Ihnen danach ist.
  • Planen Sie Ihren Urlaub sinnvoll. Verzichten Sie auf Reisen mit großer körperlicher Anstrengung oder extremen klimatischen Bedingungen.



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